Problem seit Jahren bekannt
Das etablierte Entschädigungsmodell im Brokergeschäft in der beruflichen Vorsorge hat Fehlanreize: Solange die Pensionskassen und nicht die Arbeitgebenden die Broker:innen entschädigen, besteht der Fehlanreiz, Anschlüsse zu Kassen mit hohen Provisionen zu lotsen. Verliererinnen sind die Versicherten, die sich im Rahmen der Verwaltungskosten an den Kosten beteiligen und gleichzeitig nicht unbedingt eine gute Vorsorgelösung erhalten. Der Wettbewerb um Versichertenbestände in der 2. Säule ist ein Problem, ein Umdenken ist dringend angezeigt. Das hat auch der Bundesrat erkannt und eine Regelungskompetenz zur Korrektur dieses Missstandes vorgeschlagen. Eine deutliche Mehrheit der nationalrätlichen Sozialkommission ignoriert die vorgebrachten Argumente und will untätig bleiben. Das ist unverständlich und verantwortungslos!

Arbeitgeber als Auftraggebende müssen bezahlen
Unbestritten ist: Aufgrund der Komplexität des heutigen Vorsorgeangebots sind viele Arbeitgebende auf Hilfe angewiesen. Eine gute Beratung gerade für KMU kann wichtig und wertvoll sein, sie darf auch etwas kosten. Im Interesse der Versicherten ist hingegen eine aufwandbasierte Entschädigung der effektiv erbrachten Vermittlungstätigkeiten durch die Arbeitgebenden. Da sie gesetzlich verpflichtet sind, für ihre Angestellten eine Vorsorgeeinrichtung zu gründen oder sich einer anzuschliessen, sind sie auch die Auftraggebenden der Brokerdienstleistung. Daraus schliesst sich, dass auch sie die Dienstleistung zu bezahlen haben. Ausschweifende Abschlussprovisionen und fortlaufende Courtagen und damit provisionsgesteuerte Anschlusswechsel könnten verhindert werden.

In der Frühlingssession hat der Nationalrat die Chance, dem Minderheitsantrag zu folgen und der Korrektur dieses Missstandes doch noch den Weg zu ebnen. Für das PK-Netz ist klar: Diesem unfairen System muss nun endlich ein Riegel geschoben werden. Der heutige Zustand ist für die Versicherten nicht mehr tragbar, ein regulatorischer Eingriff ist überfällig.

Medienmitteilung PK-Netz