„Das Bundesamt für Umwelt BAFU hat zusammen mit dem Staatssekretariat für internationale Finanzfragen SIF den Klimaverträglichkeitstest nach der internationalen PACTA-Methode (siehe Kasten) durchgeführt. Daran haben 179 Finanzinstitute teilgenommen, erstmals auch Banken und Vermögensverwaltungen. Das sind mehr als doppelt so viele wie beim letzten Test im Jahr 2017, der nur Pensionskassen und Versicherungen offenstand. Die Ergebnisse sind repräsentativ für den gesamten Schweizer Finanzmarkt.

Transparenz innerhalb der Finanzbranche wirkt

Die Resultate des Klimatests 2020 zeigen, dass der Test im Jahr 2017 nachweislich zu mehr Transparenz für Finanzinstitute bezüglich klimaschädigenden und – freundlichen Investitionen geführt und konkrete Handlungen ausgelöst hat. Die Hälfte aller Teilnehmenden an beiden Testrunden hat eigenen Angaben zufolge aufgrund der Testresultate von 2017 Klimamassnahmen ergriffen und schneidet nun im Durchschnitt klimafreundlicher ab als die Konkurrenz.

Durchzogene Klimabilanz

Insgesamt investiert der Schweizer Finanzplatz heute viermal mehr Mittel in Firmen, die Strom aus fossilen Quellen wie Kohle und Gas erzeugen, als sie in Produzenten von erneuerbarem Strom investiert. 80 Prozent der Teilnehmenden halten Firmen in ihren Portfolien, die Kohle abbauen. Dabei unterstützt der Schweizer Finanzplatz im Schnitt einen zusätzlichen Ausbau der internationalen Kohle- und Erdölförderung. Dies läuft dem Klimaziel zuwider. Investitionen in fossile Energien können auch finanzielle Risiken für Kapitalgeber bergen, wenn solche Energieträger aufgrund klimapolitischer Massnahmen künftig weniger attraktiv werden. Es gibt aber auch Fortschritte zu verzeichnen: Verschiedene Finanzinstitute halten vermehrt Firmen in ihren Portfolien, die erneuerbare Energien und Elektromobilität ausbauen.“ (aus der Medienmitteilung BAFU 9.11.2020)

 

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