Der Bundesrat schickt den Sozialpartnerkompromiss für die Reform der beruflichen Vorsorge unverändert in die Vernehmlassung und unterstützt damit den ausgehandelten Kompromiss. Travail.Suisse, der unabhängige Dachverband der Arbeitnehmenden, unterstützt den Vorschlag als involvierter Sozialpartner. Er bringt stabile Renten und eine bessere Versicherung von Teilzeitangestellten und Arbeitnehmenden mit tieferen Löhnen.

Der Bundesrat hat heute die ausgearbeitete Vorlage der Sozialpartner für die Reform der beruflichen Vorsorge in die Vernehmlassung geschickt. Er stellt sich damit hinter den Vorschlag der Sozialpartner, den sie nach dem Nein zur Altersvorsorge 2020 im Auftrag des Bundesrates erarbeitet haben. Die zweite Säule wird traditionell paritätisch von Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite geführt, mit Unterstützung des Vorschlags anerkennt der Bundesrat diese Verantwortung. Der Kompromiss sieht vor, dass der Umwandlungssatz von 6.8% auf 6% gesenkt wird. Diese Massnahme alleine würde zu einer deutlichen Senkung der Renten um rund 12 Prozent führen. Um das Rentenniveau wie angestrebt zu stabilisieren, werden deshalb einerseits die Sparanstrengungen vergrössert und andererseits wird für eine Übergangsgeneration von mindestens 15 Jahrgängen ein Rentenzuschlag eingeführt.

Der Sozialpartnerkompromiss ist pragmatisch: Er hinterlässt weder lachende Sieger, noch leere Hände. Die Forderungen von Travail.Suisse hinsichtlich der Reform der beruflichen Vorsorge gehen eigentlich deutlich weiter als der vorliegende Reformvorschlag. Travail.Suisse ist aber der Überzeugung, dass der Sozialpartnerkompromiss derzeit der einzige gangbare Weg für eine Reform der beruflichen Vorsorge darstellt. Diese Reform ist insbesondere aufgrund der geldpolitischen Entwicklung notwendig und dringlich. „Mit dem Erhalt des Rentenniveaus, der besseren Versicherung von Teilzeitangestellten und der tieferen Belastung älterer Arbeitnehmenden werden wichtige Anliegen von Travail.Suisse erfüllt“, so Thomas Bauer, Leiter Sozialpolitik bei Travail.Suisse.

„Eine Veränderung der Sozialpartnervorlage würde den Kompromiss gefährden und könnte als Folge davon eine Reform der beruflichen Vorsorge in die weite Zukunft verschieben“ stellt Travail.Suisse-Präsident Adrian Wüthrich klar. Für die Pensionskassen und ihre Versicherten wären das nicht gute Nachrichten. Travail.Suisse ruft die Vernehmlassungsteilnehmerinnen und -teilnehmer deshalb dazu auf, den Kompromiss möglichst unverändert zu unterstützen, um einen ersten Reformschritt machen zu können.