Während die Versicherten der Pensionskassen immer noch im Ungewissen gelassen werden – wie es mit ihrer Vorsorgeeinrichtung weitergeht. Kommen immer neue Hinweise die Öffentlichkeit. Verlustreiche Insidergeschäfte mit dem Schwyzer Bankpräsidenten Kuno Kennel, dubiose Immobilienabschreiber, millionenschwere Verfahren vor Gericht. Langsam verdichten dich die Indizien, wohin diese fehlenden Millionen geflossen sind. Der Fall Phoenix lässt bis jetzt ein Fazit zu: So darf es in der beruflichen Vorsorge nicht zu und her gehen.

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Finanzvorsteher und Schwyzer Regierungspräsident Kaspar Michel (FDP) erhielt letzten Oktober einen Brief, in dem auf die «untersuchungswürdigen Vorgänge» in der Schwyzer Kantonalbank (SZKB) hingewiesen wurde. Darin wurden auch die fragwürdigen Geschäfte des Schwyzer Kantonalbankpräsidenten geschildert.

Konkret ging es darum, dass dieser eine sogenannten Sammelstiftung, die Phoenix Pensionskasse, beriet. Dabei empfahl er unter anderem eine Investition von einer Million Franken in die Firma Aerius. Pikant dabei: Der Bankpräsident war mit seiner eigenen Firma an Aerius beteiligt. Später wurde bekannt: Die Pensionskasse schreibt Verluste – Geld, das schlussendlich in den Taschen der Versicherten fehlte. Ob Investitionen wie diejenige an Aerius zu den Verlusten beigetragen hatten, ist noch unklar.

 

Klar ist heute jedoch, dass die fragwürdige Verwicklung der Schwyzer Kantonalbank der Schwyzer Regierung schon im September bekannt war. Finanzvorsteher Michel antwortete auf das Schreiben: Der Regierungsrat habe hier keine Zuständigkeiten, zuständig für die Schwyzer Kantonalbank sei der Kantonsrat. Weitergeleitet hat er die Vorwürfe nicht. Laut Reto Steiner, Direktor der School of Management and Law der ZHAW, sei dies zwar im Rahmen des Gesetzes, ein Behördenaustausch sei aber ein Gebot der Demokratie.

Die Vorwürfe wurden daraufhin weder vom Regierungsrat noch vom Briefabsender der Phoenix Pensionskasse an den Kantonsrat weitergeleitet. Erst als Inside Paradeplatz im April die im Brief erwähnten Mails publizierte, gab die kantonsrätliche Aufsichtskommission eine Untersuchung bekannt. Ein halbes Jahr nachdem der Regierungsrat informiert wurde.

Juristisch befindet sich der Kantonalbankpräsident sowie die Pensionskasse wohl in einem Schlupfloch. Mit solchen Praktiken setzen diese Sammelstiftungen jedoch nicht nur das Geld der Versicherten, sondern auch ihr Vertrauen aufs Spiel.