Der Bundesrat will, dass in der Altersvorsorge weniger Geld auf dem Buckel der Versicherten verschwendet wird.

Mindestens 300 Millionen Franken pro Jahr verlieren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, weil mit ihrem Vorsorgegeld Provisionen an Versicherungsbroker gezahlt werden. SP-Nationalrat Mathias Reynard wollte vom Bundesrat wissen, ob er das für problematisch halte. Provisionen kassieren Broker dann, wenn sie Arbeitgeber mit ihren Angestellten an eine Pensionskasse oder Vorsorgestiftung vermitteln.

Solche Provisionen seien nicht im Interesse der Angestellten, meinte der Bundesrat gestern. Denn das Geld fehle den Versicherten im Alter.

Egoistische Broker

Zudem setzten Provisionen falsche Anreize. Broker empfehlen den Arbeitgebern jene Pensionskassen, bei denen sie selbst am meisten verdienten und nicht jene, die für eine Firma und die Versicherten am besten wäre.

Der Bundesrat will nun ein Verbot von solchen Provisionen prüfen. Beim PK-Netz der 2. Säule, das Arbeitnehmer vertritt, begrüsst Geschäftsleiter Urban Hodel den Entscheid. «Heute werden die Versicherten auf dem Markt der Pensionskassen herumgereicht wie auf einem Bazar. Mit diesen intransparenten Zahlungen werden die Interessen der Versicherten viel zu wenig wahrgenommen.»

Auch Verband einverstanden

Auch der Pensionskassenverband Asip sagt, es sei richtig, dass der Bundesrat handeln wolle. Der Asip schlägt vor, Broker auf Honorarbasis für ihren effektiven Aufwand zu entschädigen.

Provisionen in der 2. Säule werden seit Jahrzehnten kritisiert. Beim Verband der Versicherungsbroker Siba konnte gestern Abend niemand Stellung nehmen.

 

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