Das PK-Netz begrüsst die Stellungnahme des Bundesrates, der grosse Interessenkonflikte bei der heutigen Entschädigung der Vermittler durch die Pensionskassen sieht. Was bei der privaten Vermögensverwaltung mit Retrozessionen durch das Bundesgericht längst untersagt wurde, läuft in der beruflichen Vorsorge munter weiter. Die Vermittler erhalten von den Pensionskassen Jahr für Jahr rund 300 Millionen Franken an Provisionen, auf Kosten der Altersrenten der Arbeitnehmenden.

Der Wettbewerb zwischen den Vorsorgeeinrichtungen darf nicht über die Höhe der Broker-Entschädigungen ausgetragen werden. Für Urban Hodel, PK-Netz Geschäftsführer, ist deshalb klar: «Unabhängig können Berater nur sein, wenn sie ihre Arbeit auf Honorarbasis leisten.» Der heutige Basar der Versicherten an den Meistbietenden, ist einer Sozial-versicherung unwürdig, die Interessen der Erwerbstätigen bleiben auf der Strecke. Eine gesetzliche Anpassung ist deshalb dringend notwendig.

Die Kosten von 300 Millionen Franken sind nur die Spitze des Eisberges. Immer mehr Gelder versickern in kommerziell geführten Pensionskassen, welche auch bereit sind, den Vermittlern höchste Provisionen zu bezahlen und dadurch stärker wachsen können.

Die Kosten in der 2. Säule sind nicht unwesentlich: Laut den neusten Zahlen des Bundes-amtes für Statistik sind alleine in den letzten vier Jahren rund 20 Milliarden Franken den Altersguthaben der Erwerbstätigen entzogen worden. Während die Renten aus der 2. Säule Jahr für Jahr sinken, steigen die Kosten weiter massiv an.

Die BVG-Plattform der Arbeitnehmenden (PK-Netz) fordert die Politik auf, eine Gesetzesänderung möglichst rasch anzugehen, um die Grundlagen für einen fairen Wettbewerb in der 2. Säule zu schaffen.

PK-Netz, 24.05.2019