Wenn die UBS das Thema aufnimmt – berichtet auch die NZZ darüber. Dass es der UBS dabei um versteckte Produkte-Werbung geht, wird nicht thematisiert. Alle politischen Projekte, welche das Problem der tiefen Renten für Frauen und Betroffene mit tiefem Einkommen werden von der UBS bekämpft. Sowohl die dafür notwendige Stärkung der AHV, wie sich die Anpassung des Koordinationsabzuges. Letztes Beispiel: Altersvorsorge 2020.
Der Artikel von Michael Ferber, in der NZZ:
Viele Menschen beschäftigen sich ungern mit ihrer Altersvorsorge. Gerade Frauen sollten aber aus verschiedenen Gründen einen genauen Blick auf das Thema werfen.

Frauen weisen in der Schweiz im Rentenalter weniger Vermögen und niedrigere Renten auf als Männer – und gleichzeitig leben sie länger. Die Finanzsituation gerade von jüngeren Generationen im Rentenalter sei so unsicher wie selten zuvor, hiess es am Mittwoch bei einem Anlass der UBS. Folglich sei es wichtig, sich früh und aktiv mit der Altersvorsorge zu befassen. Dies gelte besonders für Frauen, da diese auch in der heutigen Zeit noch grössere finanzielle Hürden hätten. Diese werden verursacht durch Teilzeitarbeit, Pausen bei der Erwerbstätigkeit, Lohnunterschiede sowie die längere Lebenserwartung.

Frauen profitieren bei der AHV…

Die Renten und der Lebensstandard von Frauen seien im Rentenalter systematisch tiefer als derjenige von Männern, hiess es an dem Anlass. Dabei ist in manchen Bereichen sogar eine «positive Diskriminierung» zugunsten der Frauen zu beobachten. So zahlen Männer rund zwei Drittel der Beiträge an die AHV, die erste Säule des Schweizer Altersvorsorgesystems, Frauen hingegen nur einen Drittel. Das Volumen der gezahlten Renten geht indessen zu 56% an Frauen und nur zu 44% an Männer. Bei den Hinterlassenenrenten in der AHV erhalten die Frauen sogar 98%.

… aber die Teilzeitarbeit reisst Lücken

Ganz anders sieht es aber bei der beruflichen Vorsorge aus. So fallen die durchschnittlichen Renten der Frauen in der Schweiz mit rund 19 000 Fr. pro Jahr nur halb so hoch aus wie die der Männer mit etwa 36 000 Fr. Dies liege unter anderem daran, dass wegen der Eintrittsschwelle in die zweite Säule erst Lohnanteile über 21 330 Fr. pro Jahr in der Pensionskasse versichert werden, hiess es an dem Anlass. Bei einem Jahreslohn zwischen 21 330 Fr. und 28 440 Fr. jährlich würden in der beruflichen Vorsorge nur 3555 Fr. versichert.

Wer Teilzeit mit niedrigem Pension arbeite, habe kaum eine Chance, bedeutende Kapitalsummen in der zweiten Säule anzusparen, heisst es in einem Papier der Grossbank zum Thema. Da Frauen öfter Teilzeit arbeiten als Männer, sind sie davon überproportional betroffen. Laut dem Statistischen Bundesamt waren 2017 rund sechs von zehn Frauen in der Schweiz, aber nur 1,7 von zehn Männern in Teilzeit beschäftigt. Seit dem Jahr 1991 ist gemäss der Behörde die Teilzeitarbeit in der Schweiz gestiegen. Seit Anfang des Jahrzehnts habe sie sich bei den Frauen bei einem Anteil von 59% stabilisiert. Wie die Daten zeigen, sind knapp 25% der erwerbstätigen Frauen mit Pensen von weniger als 50% beschäftigt. Bei den Männern sind es nur knapp 7%.

Nach der Geburt eines Kindes blieben Frauen in der Schweiz zudem im Durchschnitt fünf Jahre dem Arbeitsmarkt fern, hiess es an dem Anlass. Das «klassische Familienmodell» – der Mann verdient das Geld, die Frau kümmert sich um die Kinder – sei in der Schweiz immer noch sehr weit verbreitet, teilten die UBS-Vertreterinnen Veronica Weisser und Jackie Bauer mit.

Anhaltende Lohnunterschiede

Ein weiterer Grund für die schlechtere Vermögenssituation von Frauen im Alter sind Lohnunterschiede zwischen Männern und Frauen. Schliesslich sind die Altersleistungen von erster und zweiter Säule vom Lohn getrieben. Im Jahr 2008 war der Medianlohn von Frauen in der Schweiz noch 16,6% niedriger als derjenige der Männer, 2016 waren es noch 12%. Zudem ist die Erwerbsquote von Frauen in der Schweiz niedriger als diejenige von Männern.

Frauen leben im Schnitt länger als Männer

Nicht zu unterschätzen ist bei der Vermögenssituation im Alter auch, dass Frauen aufgrund ihrer höheren Lebenserwartung einen längeren Ruhestand finanzieren müssen als Männer. Für Frauen beträgt die Lebenserwartung bei Geburt heute rund 85 Jahre, für Männer sind es 82 Jahre. Die Grossbank rät dabei, auch die hohen Lebenshaltungskosten in einem Pflegeheim in das Altersbudget einzukalkulieren. Im Durchschnitt kostet in der Schweiz ein Tag Aufenthalt in einem Pflegeheim 295 Fr. Die Zahl der Pflegebedürftigen dürfte in den kommenden Jahren stark steigen, und der finanzielle Spielraum des Staats werde wohl rückläufig sein. Darunter dürfte entweder die Qualität der Pflege leiden oder ein grösserer Teil werde privat finanziert werden müssen.

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An der PK-Netz Tagung 2018 berichtete Colette Nova vom BSV über dieses Problem. Hier einen Auszug aus der Präsentation:

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