Geschätzte Stiftungsrätinnen, geschätzte Stiftungsräte

Nehmen Sie doch an einer unserer Tagungen, Debatten oder Weiterbildungen teil – bringen Sie sich ein – wir unterstützen als Kompetenzzentrum der Arbeitnehmenden in der 2. Säule alle Stiftungsräte. Ich würde mich freuen, Sie 2019 an einer unserer Veranstaltungen begrüssen zu dürfen.

Jahresflyer_2019

Jahresflyer_2019.druck

Die Negativzinsen auf das Vorsorgekapital der beruflichen Vorsorge bringen nicht nur die Renten real unter massiven Druck, sondern setzen auch Anreize für ungesundeRisiken. Diese Entwicklung könnte sich für die Nationalbank früher oder später als Bumerang erweisen. Diese Negativzinsen mussten wir als vorübergehendes Phänomen wohl oder übel akzeptieren. Leider zeichnet sich kein Ende dieser Geldpolitik ab, obwohl die Konjunktur boomt. Deshalb wäre es mehr als angebracht, die Pensionskassen endlich von den Negativzinsen zu befreien. Die Risiken steigen gefährlich an und die Renten einer breiten Bevölkerung kommen immer mehr unter Druck, so kann es nicht weitergehen. Es braucht eine breite Allianz, um zu erreichen, dass die Pensionskassen von den Negativzinsen befreit werden. Falschen Versprechen über teure Anlage-Produkte, die sich für die meisten nicht rechnen, und für unsere Vorsorgegelder einfach nicht passen, dürfen wir nicht verfallen.

Leider können wir in dieser wichtigen Frage einmal mehr nicht mit der Unterstützung der Banken rechnen – der Druck auf die Liquidität lässt ihre Anlageprodukte besser verkaufen. Deshalb ist es auch nicht erstaunlich, dass die Banken Vorstösse zur Abschaffung der Obergrenzen der Anlagekategorien im Parlament eingereicht haben. Als ob eine vernünftige Pensionskasse mehr als 15 % alternativeAnlagen benötigen würde – und wenn ja, wäre dies mit der heute bereits sehr liberalen Praxis möglich. Viele Portfolios sind schon heute mit vielen Risiken behaftet. Nein, dieAnlagepolitik kann keine Wunder vollbringen und die Problematik der tiefen Zinsen durch intransparente, teure und risikoreiche Anlageprodukte nicht wegzaubern.

„Schuster bleib bei deinen Leisten“

Die Mehrheit der Versicherten erhält durch unsere Pensionskassen sichere Renten und ist auch bei Invalidität und Tod gut abgesichert – damit erfüllen wir unsereKernaufgaben und dies sollte auch in Zukunft unsere Prämisse sein.
Dass sich die Versicherten in der beru ichen Vorsorge eine Vielzahl an Wahlmöglichkeiten wünschen, behaupten nurdie Anbieter, welche an den neuen Angeboten verdienen. In der Praxis sehen wir, dass die meisten Leute froh sind,

wenn sie der Pensionskasse vertrauen können – ohnesich mit den Details auseinandersetzen zu müssen.
Die bestehenden Wahlmöglichkeiten, Bezug von Kapital oder einer jährlichen Rente, widerspiegeln schon heute ein breites und exibles System. Die weitere Individua- lisierung, sowohl auf der Anlageseite wie auch auf derLeistungsseite, verteuert das System und unterwandert die elementaren Grundsätze der beru ichen Vorsorge. 1e-Pläne oder di erenzierte Umwandlungssätze unter-liegen einer Versicherungslogik, einer Logik, die schlussendlich die Versicherten die Risiken selber tragen lässt,was wiederum die Ziele und Grundsätze der 2. Säule schrittweise abbaut.

Dabei geht vergessen, dass die Verteilung der Risiken auf das gesamte Kollektiv der Versicherten auch rein ökonomisch am effizientesten ist. Steuerbegünstigtes privates Sparen oder Versicherungen (Kollektiv-Leben) können den klassischen Pensionskassen bezüglich Leistungsfähigkeit in keiner Weise das Wasser reichen – der daraus resultierende nanzielle Mehrwert für die Versicherten geht leider oft vergessen. Dazu gehört auch ein technischer Zinssatz, der den realen langfristig zu erwartenden Renditen entsprechen soll und nicht dem risikolosen Zinssatz, an dem sich die Versicherungen orientieren und damit die Leistungsfähigkeit des Systems in den Abgrund reissen.

Was beschäftig Sie im Stiftungsrat? Nehmen Sie doch an einer unserer Tagungen, Debatten oder Weiterbildungen teil – bringen Sie sich ein – wir unterstützen als Kompetenzzentrum der Arbeitnehmenden in der 2. Säule alle Stiftungsräte. Ich würde mich freuen, Sie 2019 an einer unserer Veranstaltungen begrüssen zu dürfen.

Urs Eicher, Präsident PK-Netz _NIK9654