Die Schwarzmalerei der PK-Berater wurde endgültig widerlegt – letztes Jahr erzielten die Pensionskassen hohe Renditen. Jetzt dürfen keine Rentenkürzungen mehr folgen. Und es gibt keine Gründe mehr, den Versicherten eine bessere Verzinsung vorzuenthalten.

 Diese Woche haben die letzten grossen Pensionskassen die Ergebnisse fürs letzte Jahr publiziert – wie erwartet sind die Erträge sehr hoch. Die Pensionskassen haben 2017 durchschnittlich 8 Prozent Rendite erwirtschaftet. Seit Jahren reden die PK-Berater einer massiven Rentensenkung das Wort, weil die Pensionskassen angeblich kein Geld mehr verdienen könnten. Die Realität sieht deutlich anders aus: Allein 2017 wurden auf das Anlagevermögen der beruflichen Vorsorge über 60 Milliarden[1] Franken verdient. Und das vergangene Anlagejahr ist keine Ausnahme. Über die letzten 6 Jahre lag die Performance der Schweizer Pensionskassen im Durschnitt bei rund 5.5%[2] – während sie im gleichen Zeitraum die Umwandlungssätze um rund 13.8% gesenkt haben![3] Und offenbar trotz bester Ergebnisse weiter senken wollen, wie die Senkung des Umwandlungssatzes der UBS-Pensionskasse diese Woche von 5.44 auf unterirdisch tiefe 4.42% zeigt. Dieser Trend muss dringend gestoppt werden.

Urban.Hodel

 

Urban Hodel, Geschäftsführer von PK-Netz, der BVG-Plattform der Arbeitnehmenden, fordert angesichts der Renditeentwicklung ein Umdenken:

„Die Schreckensszenarien der PK-Berater sind nachweislich nicht eingetroffen. Jetzt darf es keine Rentensenkungen mehr geben. Und zumindest ein Teil der Milliardenerträge muss den Arbeitnehmenden gutgeschrieben werden.“

 

2012-2017: PK-Renditen im Vergleich zum Mindestzins

Referenzzinssatz

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Quelle: Credit Suisse PK-Index 2017

 

Tiefe Verzinsung senkt das Rentenniveau

Eine grosse Mehrheit der Pensionskassen steht heute auf soliden Grundlagen. Der Deckungsgrad der privaten Vorsorgeeinrichtungen liegt im Durchschnitt bei 109.7%.[4] Bei diesen mehrheitlich gut ausfinanzierten Pensionskassen ist eine bessere Verzinsung des Alterskapitals der Arbeitnehmenden überfällig und fachlich vertretbar. Neben der positiven Entwicklung der Deckungsgrade und dem Ausbau der Wertschwankungsreserven in den letzten Jahren, sind auch die Verpflichtungen gegenüber den Rentnerinnen und Rentnern deutlich gesunken, weil die Pensionskassen die Verzinsung des Rentnerkapitals (technischer Zinssatz) deutlich gesenkt haben – bis auf durchschnittlich 2.19% im Jahr 2016. Die PK-Experten – wie zum Beispiel beim führenden Beratungsunternehmen PPCmetrics – redeten die letzten Jahre eine tieferen Verzinsung nach dem Referenzzinssatz (FRP 4) das Wort, bis herunter auf 1.5% im Jahr 2019. Das PK-Netz riet von Anfang an davon ab, derartige alarmistische Ratschläge allzu ernst zu nehmen. „Wir haben deutlich vor übereiligen Senkungen gewarnt“, sagt PK-Netz-Geschäftsführer Urban Hodel. „Nun bestätigt sich, dass die teils heftigen Rentensenkungen übertrieben waren. Umwandlungssätze unter 5% sind im heutigen Umfeld nicht tragbar – ansonsten müssten sich die Versicherten zu recht immer mehr um ihre Rente betrogen fühlen.“

Nur eine korrekte Verzinsung ermöglicht den Aufbau des Alterskapitals zur Erreichung des Leistungsziels. Seit einigen Jahren stagniert die Verzinsung auf tiefem Niveau. Der Mindestzins ist bei 1 Prozent angekommen. Noch diesen Sommer machten sich die Arbeitgeber und der Schweizerische Versicherungsverband (SVV) in der eidgenössischen BVG-Kommission trotz rekordhoher Renditen für eine weitere Senkung des Mindestzinses stark, und dies obwohl sich die guten Ergebnisse bereits früh abgezeichnet hatten. Die tiefere Verzinsung trägt massgeblich dazu bei, dass das die Renteneinkommen aus der 2. Säule zum ersten Mal seit Einführung des Obligatoriums im BVG 1985 sinken.

Durchschnittsrenten der Männer aus der 2. Säule
(in Franken pro Jahr)Durchschnittsrenten_der_Manner

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Quelle: BFS, Berechnungen SGB

Das PK-Netz hat die neusten Renditeergebnisse aus dem letzten Jahr grosser Pensionskassen zusammengetragen – die ihre Zahlen bereits aufgearbeitet haben.

PK-Renditen 2017

Pensionskassen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Quelle: Recherche PK-Netz, Stand 23.01.2018

*bis November 2017

 

[1]  7 bis 8 Prozent Rendite aus dem 2017 des Anlagevolumens der beruflichen Vorsorge von rund

824 Milliarden (BFS 2016) ergeben mehr als 60 Milliarden

[2] Credit Suisse PK-Index 2017

[3] Tower Willis Watson, Benchmarking der Pensionskassenleistungen 2017, S. 12

[4] Swisscanto Pensionskassenstudie 2017