Die tiefen Zinsen stellen die 2. Säule vor eine harte Nagelprobe.  Wir befinden uns in einer historisch einmaligen Lage, und für die Vertretungen der Arbeitnehmenden in den Stiftungsräten ist dieses unsichere Umfeld eine noch grössere Herausforderung.

Die globale Geldpolitik hat die risikolosen Anlagen unattraktiv gemacht und die Zinsen auf ein unvergleichbar tiefes Niveau gedrückt. Die Schweiz ist mit dem überbewerteten Franken doppelt unter Druck, weshalb der technische Zinssatz in den Mittelpunkt rückt. Die Festsetzung des technischen Zinssatzes hat sich zur wichtigsten und schwierigsten Aufgabe des Stiftungsrates entwickelt. Diese Verantwortung zu übernehmen verdient grossen Respekt, eine Verantwortung, die von den Versicherten oft zu wenig gewürdigt wird.

Gleichzeitig steht der Stiftungsrat oft in einem Spannungsfeld von Arbeitgeberinteressen und anspruchsvollen gesetzlichen und ökonomischen Rahmenbedingungen. Trotzdem darf die Kernaufgabe des Stiftungsrates nicht aus dem Fokus rücken: Für gute Leistungen für die Versicherten zu sorgen. Das bedeutet auch, die Vorschläge der PK-Experten kritisch zu hinterfragen und die Arbeitgeber in die Pflicht zu nehmen.

Oft geht jedoch vergessen, dass auch die 2. Säule als Sozialversicherung viele Solidaritäten kennt. Diese müssen nun verteidigt werden. Viele dieser Solidaritäten gehören zur Systemlogik der beruflichen Vorsorge und tragen zum Vertrauen der Arbeitnehmenden in die Pensionskassen bei. Aus der beruflichen Vorsorge ein privates Sparkonto zu machen, lohnt sich für den Einzelnen nicht. Nur gemeinsam sind wir imstande, die Risiken der volatilen Finanzmärkte über längere Zeiträume zu verteilen und zu tragen. Ohne diese kollektive Logik lohnen sich die hohen Lohnabzüge für die Versicherten nicht mehr. Dabei gilt es auch, die Interessen der Aktiven und Rentenbeziehenden nicht gegeneinander ausspielen zu lassen.

Eine zu starke und übereilige Senkung des technischen Zinssatzes entlastet die Arbeitgeber zu einseitig und senkt die Leistungen der zukünftigen Rentnerinnen und Rentner zu stark, und, sie wird der Risikofähigkeit des Kollektivsparens nicht gerecht. Es ist wichtig, dass wir die übervorsichtige Haltung vieler Beratungsfirmen oder PK-Experten zu hinterfragen wagen. Aus diesen Gründen haben wir zusammen mit dem PK- Netz eine Broschüre für Sie verfasst, die sich kritisch mit den wichtigsten Grundlagen und Auswirkungen einer Anpassung des technischen Zinssatzes befasst. In diesem Sinne wünschen wir Ihnen eine anregende Lektüre. Und denken Sie daran: Nichts überstürzen – genau hinschauen lohnt sich!

Präsentation.LCH.31.08.2016

 

 

 

 

 

Die Broschüre als PDF

Eine Analyse für Stiftungsräte